Wasserbürtige Krankheiten

Allgemeines

Unter wasserbürtigen (oder auch wasserbezogenen) Krankheiten werden mit dem Wasser übertragene Krankheiten verstanden. Die meisten dieser Krankheiten werden durch Enterobakterien oder durch Viren verursacht, die von Mensch zu Mensch über Fäkalien oder aufgrund unzureichend gereinigter Abwässer übertragen werden.

Andere Verursacher sind Süßwasserparasiten wie z.B. Entamoeba histolytica, dem Auslöser der Amöbenruhr, oder auch verschiedene Würmer (z.B. Pärchenegel dem Auslöser der Schistosoma [alte Bezeichnung Bilharzia]).

Cholera

Name: Cholera kommt vom griechischen und bedeutet Gallenbrechdurchfall. Das
Bakterium Vibrio cholerae ist der Erreger dieser Erkrankung.

Symptome: Cholera ist eine Entzündungserkrankung des Dünndarms. Sie wird durch ein Zellgift (ein Toxin) der Cholerabakterien ausgelöst und führt zu schwerem Durchfall und Erbrechen. Cholera muss sofort behandelt werden, weil innerhalb von Stunden der Tod durch Austrocknung und Elektrolytverlust eintreten kann.

SEM-Bild von Vibrio cholerae Vibrio_cholerae

Bildnachweis:„Cholera bacteria SEM“. Lizenziert unter Copyrighted free use über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cholera_bacteria_SEM.jpg#/media/File:Cholera_bacteria_SEM.jpg

Verbreitung: Die Krankheit ist weltweit verbreitet. Am öftesten tritt die Krankheit in Teilen Afrikas, Asiens und in Kleinasien auf. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten 2000 weltweit ca. 140.000 Menschen an Cholera, von denen 5.000 verstarben C1.

C1 - - http://www.who.int/water_sanitation_health/diseases/cholera/en/ (Zugriff 13.6.2015)

CholeraverbreitungCholeraverbreitung auf der Welt (Stand 2004)

Bildnachweis: „Choleraverbreitung (deutsch)“ von Marvel, Evilboy - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons -
http://commons.wikimedia.org/wiki/~ File:Choleraverbreitung_(deutsch).PNG#/media/File:Choleraverbreitung_(deutsch).PNG

 

Ruhr

Erreger: Je nachdem, von welchem Erreger diese Krankheit ausgelöst wird, unterscheiden wir Amöbenruhr, Bakterienruhr und Lamblienruhr. Zum Beispiel kommt die Amöbe Entamoeba histolytica (Amöbenruhr) hauptsächlich in tropischen und suptropischen Gebieten vor. Der Erreger lebt im Nahrungsbrei des menschlichen Dickdarms. Die Larven (Trophozoiten) vermehren sich im menschlichen Darm durch Teilung und bilden dabei Zysten. Die Zysten werden mit dem Stuhl ausgeschieden und werden mit dem Trinkwasser aufgenommen und es kommt zur Neuinfektion.

Symptome: Bei der Krankheit kommt es zu Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber, Krämpfen und blutigem, schleimigem Kot. Das größte Problem ist der Flüssigkeitsverlust und es kommt zu einer Lebervergößerung (Leberabszess).

Trophozoiten (Entamoeba histolytica) Trophozoiten

Bildnachweis: „Trophozoites of Entamoeba histolytica with ingested erythrocytes“ von DPD CDC http://www.dpd.cdc.gov/~Dpdx/images/ParasiteImages/A-F/Amebiasis/E_histol_trophs_F.JPG. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trophozoites_of_Entamoeba_histolytica_with_ingested_erythrocytes.JPG#/~media/File:Trophozoites_of_Entamoeba_histolytica_with_ingested_erythrocytes.JPG

Typhus

Erreger ist das Bakterium Salmonella enterica typhi .
Verbreitung: Weltweit erkranken jährlich 22 Millionen Menschen an Typhus. Jährlich sterben rund 200.000 Menschen an Typhus.
Übertragung: Die Erreger dringen über verunreinigte Lebensmittel und vor allem durch verschmutztes Trinkwasser in den Körper ein. Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen und hohes Fieber. Zu Beginn der Erkrankung können Verstopfungen auftreten, die bei vorgeschrittenem Krankheitsverlauf breiartigen Durchfällen weichen.
Die Erreger werden, nach Abklingen der Symptome, mit dem Stuhl ausgeschieden, manchmal noch Wochen nach Abklingen der Krankheit.

Roseolen auf der Brust eines an Typhus erkrankten PatientenRoseolen

Bildnachweis: By Photo Credit: Content Providers(s): CDC/Armed Forces Institute of Pathology, Charles N. Farmer [Public domain], via Wikimedia Commons

Legionärskrankheit oder Legionellose

Erreger: Legionellen gibt es überall im Süßwasser, aber nicht im Meer. Es sind stäbchenförmige Bakterien mit Geißeln, mit denen sie sich fortbewegen. Zum Leben und Vermehren im Wasser benötigen sie eine Temperatur zwischen 25 und 50 Grad Celsius, bei höheren Temperaturen sterben sie ab.

Ansteckung: Die im Wasser vorkommenden Legionellen machen nicht direkt krank. Wird aber legionellenverseuchtes Wasser zum Beispiel beim Duschen oder auch in Whirlpools benutzt, können die Bakterien über den feinen Nebel der Wassertröpfchen eingeatmet werden. Dann kann es zur Erkrankung kommen. Legionellen vermehren sich oft in alten und selten genutzten Rohrleitungssystemen und sanitären Anlagen, aber auch in allen Sprüh- und Klimaanlagen.

TEM-Bild von L. pneumophila L_pneumophila

Bildnachweis: "Legionella pneumophila 01" by CDC (PHIL #1187) - CDC Public Health Image Library.. Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Legionella_pneumophila_01.jpg#/media/File:Legionella_pneumophila_01.jpg