Mensch und Wasser

Wasser und der menschliche Körper

Der menschliche Körper besteht zu etwa 60-65% aus Wasser. Der Wasseranteil ändert sich mit dem Lebensalter von bis zu 85% beim Kleinkind, über 70% beim Erwachsenen und bis hin zu 50% im Alter. Wasser hat in unserem Körper eine Reihe von Aufgaben und Funktionen:

  • Als Baustein der Zellen gewährleistet das Wasser deren Funktionstüchtigkeit.
  • Als Lösungsmittel. Für den Organismus wichtige Substanzen liegen in den Körperflüssigkeiten gelöst vor.
  • Als Transportmittel. Nährstoffe, körpereigene Substanzen, Stoffwechselprodukte werden im Blutplasma zu ihrem Bestimmungsort transportiert.
  • Als Regulator des Wärmehaushaltes vor allem durch die Abgabe des Schweißes.

Einen einfachen Überblick über die Flüsssigkeitsbilanz eines Erwachsenen gibt die  untenstehende Grafik.

Flüsssigkeitsbilanz

Marktl, W.; Reiter,B.(2007): Wasser.-1.Aufl.,Verlagshaus der Ärzte GmbH, 239S.

Dehydration – Hyperhydration

Dehydration bezeichnet in der Medizin einen Wassermangel des Körpers. Diese Abnahme der Körperflüssigkeit kann einerseits durch verringerte Flüssigkeitsaufnahme oder anderseits durch krankhaft gesteigerten Flüssigkeitsverlust herbeigeführt werden. Es werden drei Arten der Dehydration unterschieden:

  • Isotone Dehydratation: der Verlust von Wasser und Salz-Ionen (Natrium+, Chlorid−) erfolgt im gleichen Verhältnis zueinander (z.B. Erbrechen, Durchfall).
  • Hypertone Dehydratation: der Wasserverlust ist größer als der Salzverlust (z.B. Bei Fieber). Auch übermäßiges Schwitzen bei hoher körperlicher Anstrengung ohne Wasserausgleich hat den gleichen Effekt. Im Extremfall kann dies zum Tod durch Verdursten führen.
  • Hypotone Dehydratation: Der Salzverlust ist höher als der Wasserverlust. Erfolgt der Ausgleich bei starkem Schwitzen nur durch salzarme Flüssigkeiten kann diese Form der Dehydration entstehen; besser ist hier der Ausgleich durch Mineralwasser oder geeignete Isogetränke.

Schon der Verlust von 2% des Körpergewichts kann das Nierensteinbildungs-, Harnwegkrebs- und Dickdarmkrebsrisiko erhöhen und sowie die Mitralklappe (Herzklappe) und die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen. In heißen Ländern wie Australien wird die Bevölkerung mittels Aufklärungskampagnen (siehe unten „Urine color chart“) über die Gefahr der Dehydration aufgeklärt.

Urinecolorchart

http://www.health.nsw.gov.au/environment/beattheheat/Pages/urine-colour-chart.aspx

Hyperhydration oder auch als „Wasservergiftung“ bezeichnet eine durch die Erhöhung des Wassergehaltes herbeigeführte Störung des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes. Hyperhydration kann bei verschiedenen Krankheiten wie Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen, Hormonstörungen auftreten oder durch übermäßige Zufuhr herbeigeführt werden. Im Jänner 2007 starb eine 28-jährige Frau an den Folgen von Hyperhydration, da sie an dem Radio-Wettbewerb „Hold Your Wee for a Wii” teilnahm, in dem exzessives Wassertrinken ohne zu urinieren gefordert wurde.

Wasser als Menschenrecht und die Millennium Development Goals

Im Jahre 1948 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Menschenrechtscharta (Resolution 217 A III). Der Artikel konzedierte das Recht auf einen Lebensstandard, der jedem/jeder und seiner/ihrer Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung,… . Erst im Jahre 2010 wurde der Anspruch auf sauberes Wasser und Sanitärver-sorgung explizit als allgemeines Menschrecht durch die UNO festgeschrieben. 41 Staaten darunter die USA und Österreich enthielten sich der Stimme.

http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Documents/UDHR_Translations/ger.pdf http://diepresse.com/home/panorama/welt/584184/UNO-erklaert-Wasser-zum-Menschenrecht (28.7.2010)

Am 18.September 2000 veröffentlichten die 189 Mitgliedstaaten der UN einen Katalog grundsätzlicher, verpflichtender Zielsetzungen (Milleniumserklärung). Das siebte von acht Entwicklungszielen (Millennium Development Goals) – „Ensure Environmental Sustainability“ – beschäftigt sich im dritten Unterziel (Target 3 or 7.C) mit „halve, by 2015, the proportion of the population without sustainable access to safe drinking water and basic sanitation” (Halbierung der Bevölkerunsganteile ohne nachhaltigen Zugang zu zuverlässiger Wasserversorgung und einfachen sanitären Anlagen bis 2015).

http://www.un.org/millenniumgoals/http://www.undp.org/mdg/

KenyaTal

Ausgedörrtes Tal in Kenya © M. Jung

Im Jahre 2012 ist der Anteil der Bevölkerung mit Zugang zu verbesserten Trinkwasserquellen von vormals 76% (1990) auf 89% weltweit angestiegen (siehe Grafik unten).
Den größten Anstieg hatte die Länder in Ost-, Süd- und Südostasien zu verzeichnen. Selbst die Länder der Sub-Sahara, die ursprünglich die geringste Versorgungsrate aufzuweisen hatten, konnte den Zugang zu verbesserten Trinkwasserquellen um 16% steigern; dies trotz des deutlichen Bevölkerungswachstums.
Nichtsdestotrotz waren 2012 noch immer 748 Millionen Menschen ohne geeignete Trinkwasserversorgung; von diesen entnehmen etwa 173 Millionen ihr Trinkwasser direkt aus Flüssen, Bächen und Seen. Die übrigen Nutzen ungeschützte, offene Brunnen oder Quellen. 45 Ländern waren 2012 nicht auf dem Weg zur Erfüllung der Millenium Development Goals im Bereich Wasser.

UNDP(2014): The Millenium Development Report 2014.-target 7.C, page 4344

Trinkwasserquellen

UNDP(2014): The Millenium Development Report 2014.-target 7.C, page 43